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Historie von Puchheim

Geschichtlicher Abriss Puchheims

 

verfasst von Johann Aichner, Puchheim

 

Vorgeschichte

Erst Siedlungsnachweise in der Gegend um Puchheim (Germering, Moosschwaige) reichen weit in die vorchristliche Zeit zurück. In Puchheim selbst liegen Siedlungsspuren über einen römischen Gutshof am Laurenzerweg vor. Die sog. Kelten- oder Römerschanze am Parsberg hat dagegen keinen Bezug zu dieser Zeit; sie muss vielmehr als mittelalterlicher Burgstall gesehen werden.

 

Ersterwähnung

Nach heutigen Erkenntnissen ist die erste urkundliche Erwähnung Puchheims auf die Zeit unter Bischof Lantbert von Freising, also von 948 - 957 zu datieren.

Der in der Urkunde vermerkte Ortsname Puoheim ist der nunmehrigen Schreibweise Puchheim sehr ähnlich. Im Laufe der Jahrhunderte waren aber andere Bezeichnungen wie Buechham, Buchhamb u.ä. durchaus verbreitet. Puchheim wird allgemein gedeutet mit Haus oder Heim bei den Buchen bzw. am Buchenwald.

Grundherrn

Die Besitzstruktur Puchheims im Mittelalter war relativ zersplittert. Frühe Urkunden weisen auf Besitzungen der Klöster Schäftlarn, Benediktbeuren, Polling aber auch von Münchner Bürgern hin. Soweit ab dem Mittelalter nachvollziehbar, überwog bis zur Aufhebung des Obereigentums Anfang des !9. Jahrhunderts kirchlicher Besitz in Puchheim.

 

Pfarrei

Puchheim ist als sog. Urpfarrei einzuordnen. Auch das Patronat der Hl. Maria , das insb. als Mariä Himmelfahrt zu den ältesten in Bayern gehört, weist auf das hohe Alter hin. Von alters her gehörte zur Pfarrei bzw. Pfarrkirche die Filialkirche Steinkirchen mit der Ortschaft Planegg, später ferner die Filiale Maria Eich. 1824 erfolgte die Auspfarrung dieser Filialen, dafür wird das Benefizium Hoflach eingepfarrt. Der Pfarrhof ist nach derzeitigen Erkenntnissen 1684 errichtet und damit sicherlich das älteste Gebäude in Puchheim.

 

Pfarrer

Die Reihe der bekannten Pfarrer von Puchheim beginnt um 1472 mit Conrad von Egenhofen und setzt sich dann praktisch ununterbrochen bis heute fort.

 

Kirche

Der Kirchturm der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist gotischen Ursprungs; er wird auf das 13. Jahrhundert datiert. Eine Glocke von 1487 hängt noch heute im Turm. Die Erbauungszeit des 1928 abgebrochenen Gotteshauses ist unbekannt. 1783 war sie jedenfalls mit dem Baumaterial des damals abgebrochenen St. Laurenzi-Gotteshauses erweitert worden. Das jetzige Gotteshaus wurde unter Einbezug des alten Turmes unter Pfarrer Reiter 1928 erbaut.

 

Schule

Die Schule in Puchheim wurde 1830 durch die nachdrücklichen Bemühungen von Pfarrer Franz Xaver Mittermayer gegründet. Das erste Schulzimmer war im Mesnerhaus untergebracht. 1847 konnte ein eigenes Schulhaus (gegenüber dem heutigen Kriegerdenkmal) gebaut werden. Bis 1930 besuchten auch die Kinder aus dem Puchheimer Moos, später Puchheim-Bahnhof die Schule im Ort. Anfang der 70ger Jahre entging die Schule im Ort nur knapp einer Auflösung. 1973 konnte aber, nicht zuletzt aufgrund des starken Bevölkerungszuwachses in den neuen Siedlungen, eine 4 klassige Grundschule an der Mitterlängstr. errichtet werden.

 

Siedlung

Puchheim war zumindest seit dem Mittelalter landesherrlich bzw. landgerichtisch. Bis 1852 lag die Zugehörigkeit und somit die Verwaltung beim Landgericht Starnberg, dann erfolgte die Eingliederung in das Landgericht bzw. den Amtsgerichtsbezirk Fürstenfeldbruck.

Über Jahrhunderte war die Ortsgröße mit rd. 35 Anwesen zuzügl. einigen Hintersassen konstant. Dorf und Bevölkerung waren überwiegend bäuerlich geprägt; auf acht Anwesen wurde ein dörfliches Handwerk bzw. Gewerbe ausgeübt.

Der Dreißigjährige Krieg und die Pest haben nach Auswertung vorliegender Quellen die Bevölkerung Puchheims nicht in dem Maße dezimiert, wie dies häufig behauptet wird. Die Einwohnerzahl lag im 19. Jahrhundert bei rd. 250 bis 270 Bürgern.

Bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts betrug die Gemeindegröße rd. 857 ha (586 ha Acker, 271 ha Wiesen); nach Einbezug des Puchheimer Mooses (Puchheim-Bhf.) wohl ab ca. 1880 erhöhte sich die Gemeindefläche um 366 ha auf 1223 ha.

Mit Auflösung des alten Grundverbandes entstanden ab ca. 1860 die ersten neuen Anwesen bzw. Hausgrundstücke im bzw. am Rande des Dorfes.

1872 ließ sich der erste Siedler im Puchheimer Moos nieder, das zumindest bis 1848 steuerfrei war und damit als herrenlos betrachtet wurde. 1909 besteht Puchheim aus 62 und Puchheimer Moos aus 17 Anwesen.

 

Infrastruktur

1804 wird die heutige Augsburger Straße als "Umgehungsstraße“ Puchheims gebaut.

1869/70 Bau der Eisenbahnlinie durch das Puchheimer Moos, aber erst 1896 Errichtung einer Bahnsta­tion.

1906 Bau der Bahnhofstraße von Puchheim nach Puchheim-Bahnhof, die einen bisherigen bloßen Fußweg ersetzt.

Von 1896 bis 1933 hatte Puchheim (an der heutigen alten Bergstr.) eine Gendamerie­station.

1936 Bau einer genossenschaftlichen zentralen Wasserversorgung.

 

Neuzeitliche Entwicklung

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Gemeindekanzlei nach Puchheim-Bhf. verlegt, nachdem dort inzwischen der größere Bevölkerungsanteil (rd. 2500 Einwohner) der Gemeinde wohnt. Der Bauboom in Puchheim-Bahnhof begann Mitte der 60igerJahre und setzte sich bis Mitte der 70iger Jahre fort (1976: rd. 16000 Einwohner). Anfang der 70iger Jahre erfolgen auch umfangreiche Baugebietsausweisungen in Puchheim-Ort, die ab 1972 zu einem Siedlungsring im Osten und Norden des Dorfes und zu mehr als einer Verdoppelung der Einwohner führen. Heute hat Puchheim knapp 20000 Einwohner.

1990 nach vorhergehender Bestandsaufnahme Anordnung der Dorferneuerung für Puchheim-Ort.

 

Weiterführende Literatur mit Quellenangaben: Puchheim, die Gemeinde in alten Bildern, Karten und Plänen. Bildband über Puchheim, herausgegeben vom Arbeitskreis für Kultur, Brauchtum, Geschichte, 1998.

Was bedeutet "Wohnpark Roggenstein"?

Der Phantasie von Planern und Bauträgern sind ja häufig keine Grenzen gesetzt, wenn die en Bauprojekt publikums- und werbewirksam an den Mann oder die Frau bringen wollen. So offenbar auch beim Wohnpark Roggenstein.

Der Name hat mit Puchheim oder der ehemaligen Flurbezeichnung des Areals – die war Lußwiesen – nichts gemein. Der Name leitet sich vielmehr vom heutigen Staatsgut Roggenstein ab, das nordwestlich von Eichenau in der Gemeinde Emmering liegt.

Beim Gut Roggenstein stand um 1300 die Burg Rukkenstein. Als Teil der Burg oder von ihren Resten erbaut, steht dort noch heute die St. Georgs-Kapelle, die im Innern jetzt wieder freigelegte Wandmalereien aus der Z eit um 1400 hat.

1371 kaufte das Kloster Fürstenfeld die Burg und den Besitz Roggenstein und errichtete dort einen sog. Meierhof (Hof mit umfangreicher Viehhaltung zur Versorgung des Klosters). Bei der Säkularisation 1803 wurde der Besitz samt anderer klösterlicher Liegenschaften an den böhmischen Fabrikanten Ignaz Leitenberger verkauft, der im Kloster Fürstenfeld eine Weberei einrichten wollte. Leitenberger verkaufte 1817 den gesamten Besitz, auch Roggenstein, wieder an den Staat zurück. Die bayerische Armee richtet dann ein „Remonte-Depot ein, d. h. es wurden Militärpferde dort gehalten. 1921 ging das Gut mit einer Größe von über 200 ha auf den Wittelsbacher Ausgleichfonds über, von dem des der bayerische Staat aber 1943 zurück kaufte. Es folgte die Einrichtung eines Versuchsgutes des Lehrstuhls für Pflanzenbau und –züchtung der Universität München-Weihenstephan und entsprechende Nutzung bis heute.

Von 1905-35 bestand auf der Bahnlinie nach Fürstenfeldbruck dort der Reichsbahn-Haltepunkt Roggenstein; der erst 1935 nach Eichenau verlegt wurde.

Roggenstein hat also eine wechselhafte Geschichte, die allerding mit Puchheim und dem hier entstandenen Wohnpark rein gar keinen Zusammenhang hat.

Zusammengestellt von Johann Aichner

Der "Russenfriedhof" in Puchheim

Die Süddeutsche Zeitung berichtete zu Allerheiligen 2013 anlässlich der russisch-orthodoxen Gedenkfeier auf dem Russenfriedhof in Puchheim über dessen Entstehung und Bedeutung. Nachfolgender Link führt zu diesem Bericht.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/soldatenfriedhof-puchheim-totenmesse-auf-russisch-und-deutsch-1.1809055

Zu ergänzen ist der Bericht um den Hinweis, dass ja Russland die Kriegsgefangenen nicht ohne weiteres zurück haben wollte, bzw. die Gefangenen nach der Rückkehr Sanktionen fürchteten. So bleiben die gefangenen russischen Soldaten länger im Kriegsgefangenenlager, wo 1919 dann auch die damals weltweit grassierende Spanische Grippe ausbrach. Die meisten der Toten im Russenfriedhof starben an dieser Grippe.